Der innere Kreis.

 

Georg Janthur portraitiert hier Alltagsgegenstände, wie z.B. Kaffetassen, Flaschendeckel und Wäscheklammern etc. aus seinem unmittelbarem Umfeld, dem Atelier.

 

Profane Dinge werden solitär dargestellt und aus ihrer Umgebung herausgerissen. Schwerelos schweben sie im monochromen Bildraum und werden so zu etwas Besonderem und Erhabenem.

 

Georg Janthur skizziert die Objekte mit schnellem Pinselgestus und reduzierter Farbigkeit. Er nimmt also keine realistische Analyse vor, trotzdem erfasst er das Wesen der Dinge und ihr Sein und verleiht ihnen Größe und Wichtigkeit.

 

Dabei verdreht Janthur Proportionen als Mittel der Verfremdung. Eine kleine Metallöse etwa überragt eine Kaffeekanne und wächst zu monumentaler Größe. Die Dinge werden egalisiert, die Hierarchie der Gegenstände komplett aufgehoben. Ein Spiel mit Bild und Abbild, mit Sein und Schein. Die Dinge selber wollen nicht mehr und nicht weniger als einfach nur SEIN und wahrgenommen werden.

 

Was wir hier sehen ist allerdings eine weitere Ebene der Existenz, denn narürlich handelt es sich bei allen Gemälden nur um Abbilder der realen Gegenstände. Wir sehen nicht das Küchenmesser, sondern das Bild eines Küchenmessers. Damit fordern nicht nur die abgebildeten Dinge selbst unsere Wahrnehmung, sondern vielmehr das zweidimensionale Bild das der Künstler von ihnen produziert hat. Ein einfacher Salzstreuer wird zur Kunst und tritt in einen Dialog mit uns, welcher auf höherer Ebene stattfindet.

 

Gisela Elbracht-Iglhaut • 2005