... es ist ein leichtes als Künstler ins Museum zu gelangen ...

 

Mit seiner Museumsfotoserie (21-teilig) hat Georg Janthur ein besonderes Thema bearbeitet: Er porträtiert sich vor markanten Bildern des Von der Heydt-Museums, Künstlerporträts wie z.B. Hans von Marées und Otto Müller. Die Fotos sind frei aus der Hand aufgenommen, die Ansichten verzerrt und verschoben, die Belichtung unscharf.

 

Was auf den ersten Blick nicht den Vorstellungen eines gelungenen Fotos entspricht, offenbart sich bei näherer Betrachtung als bewußter Umgang mit den Prinzipien des Zufalls und des Unkalkulierbaren.

 

Das Gesicht des Fotografen ist an den Rand gedrückt, in Untersicht gesehen und teiweise abgeschnitten. Die Ausschnitthaftigkeit, die Verzerrungen und Unschärfen verleihen den Gemälden im Foto eine besondere Präsenz und verlebendigen die im Bilde Dargestellten. Der Eindruck entsteht, als würden sich die Porträtierten, der Fotograf und der Maler, bzw. seine Modelle, auf der selben Realitätsebene begegnen.

 

Die Serie läßt sich als moderne Version des Themas Künstlerbegegnungen interpretieren.

 

... als Besucher.

 

Textauszug: Antje Birthälmer • 1997