Der Kultivator.

 

Die Bezeichnung Kultivator ist im Werk von Janthur seit Jahren fest verankert und umschreibt jene Dinge, die vom Künstler erfasst und durch Auswahl, Benennung sowie Vergrößerung an Bedeutung gewinnen.

 

Schon verschiedene Dingskizzen aus dem Kontext der "Dinge, die Cézanne nicht gesehen hat" sind in diesem Sinne kultiviert worden, wobei Janthur aber die Möglichkeiten der Dreidimensionalität in seine Überlegungen einbezieht.

 

Aus Holz geschnitzt, gelegentlich mit anderen Materialien kombiniert und gemäß Janthurs Farbpalette in kräftigen Farben gefasst, gewinnen auf diese Weise beispielsweise Schrauben und andere Maschinenteile an Volumen und auch Größe. Zugleich werden sie durch ihre Isolierung aus dem eigentlichen Kontext in ihrer Bedeutung hervorgehoben und in einen Zustand des erstarrten Schwebens versetzt. In den Dingskizzen verleiht ein gemalter, das Bild gliedernder Horizont den Objekten Halt, wodurch sie in-sich-ruhend dem Auge begegnen.

 

Es ist jene Ruhe, die auch Janthurs Kultivatorobjekte der Frankreich- sowie Tunisreise trotz ihrer vermeintlichen Belanglosigkeit so eindringlich erscheinen lassen.

 

Christian Krausch, 2005