Die Tunisreise • Ein Remake.

 

Im Jahr 2001 überträgt Georg Janthur seine Eindrücke der mit Uwe Schloen unternommenen "Tunisreise – ein Remake" in Malerei. Nachdem die beiden Künstler im gleichen Zeitraum und an den selben Orten in Nordafrika gearbeitet haben, an denen Macke, Klee und Moilliet 1914 eine intensive künstlerische Zeit verbrachten.

 

Janthur widmet sich in den Serien der "Produktiven Maßnahmen oder Mutmaßungen für Oasen" den vorgefundenen kleinen Dingen, die in der Fülle der sonstigen Eindrücke normalerweise keine Beachtung finden.

 

In den Deckelformen kleiner Parfum- oder Kosmetikflakons beim Barbier erkennt er beispielsweise formale Analogien zu den zahlreichen vor Ort anzutreffenden Kuppelbauten und verhilft ihnen in Form verschiedener Gemälde zu ungewohnter Eigenständigkeit.

 

Schriftzüge wie "Old Spice", "Diptox" oder "Satyr" erlauben oft noch eine inhaltliche Zuordnung der einzelnen Motive in den Dunstkreis der Duftwässerchen. Titel anderer Arbeiten wie "Tunis-Kultivator", "Kairuan-Kultivator" oder "Sidi-bou-Said-Kultivator" verweisen dagegen auf jene Orte, an denen diese Arbeiten entstanden sind.

 

Christian Krausch, 2005